RadioBeere – Livestream-Recorder und Audio-Server

Deine Lieblingssendung hören, wann immer du willst – mit der RadioBeere kein Problem. Mein neuestes OpenSource-Projekt macht Radio-Liebhaber unabhängig von Sendezeiten. Das Aufnehmen von Internet-Livestreams wird zum Kinderspiel.

Die Aufnahmen werden über eine einfache Web-Schnittstelle „programmiert“. Du kannst deine Sendungen dann als privaten Podcast abonnieren oder in deinem Netzwerk daheim abrufen (Samba, DLNA, Web-Player). Auch über die immer beliebter werdenden Streaming Clients können die Aufnahmen der RadioBeere abgerufen werden (SONOS, Bose, Teufel etc.).

Screenshot des Web-Frontends der RadioBeere
Die Bedienoberfläche der RadioBeere. Die Grafiken stammen aus der Tango Icon Library (OpenSource). Die Grafiken liegen in skalierter Form vor (SVG). Somit sieht die RadioBeere auf kleinen wie auf großen Bildschirmen ansprechend aus.

 

Mit der RadioBeere zum privaten Podcast
Mit der RadioBeere zum privaten Podcast. Pro Sender wird ein Podcast-Feed generiert. Sender können nach Belieben angelegt werden.

 

Screenshot SONOS-Screen RadioBeere
Die Aufnahmen der RadioBeere können auch mit einem Streaming-Client wiedergegeben werden. Ich selbst bin glücklicher Besitzer eines SONOS-Systems und bei uns werden die Kinder dank RadioBeere allabendlich mit der wundervollen Bärenbude beschallt – und zwar dann, wenn es in das Ins-Bett-Bring-Ritual passt.

Raspberry Pi als Hardware-Plattform für die RadioBeere

Die Software läuft auf einem Raspberry Pi, einem winzigen Einplatinen-Computer, der per Netzwerkkabel direkt an den Router angeschlossen wird. Das Gerät ist etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel.

Entwickelt wurde der Pi  ursprünglich als Lerncomputer in Großbritannien. Inzwischen erfreut er sich weltweit großer Beliebtheit bei Computer-Bastlern. Das liegt zum einen an seinem günstigen Preis: Für unter 40 Euro bekommt man einen vollwertigen Computer. Ein bisschen was muss man noch für Gehäuse, Netzteil und LAN-Kabel ausgeben, aber mit rund 60 Euro hat’s sich dann auch. Dazu kommt noch eine SD-Karte, auf der das System läuft und die Aufnahmen gespeichert werden. Für gelegentliche Aufnahmen reichen 16 Gigabyte. Wer viel aufnimmt, sollte an diesem Ende jedoch nicht sparen.

Raspberry Pi im schwarzen Gehäuse mit KiRaKa-Aufkleber
Die RadioBeere in einem einfachen Plastik-Gehäuse. „Ummantelungen“ für den Raspberry Pi gibt es in allen Preisklassen. Dies ist eher eine günstige Variante. Aber der Aufkleber macht alles wett.

Geringer Stromverbrauch

Der Raspberry Pi verbraucht außerdem extrem wenig Strom: Die neueste Version, der Raspberry Pi 2 B, hat eine Leistungsaufnahme von zwei bis drei Watt. Bedenkt man, was das Maschinchen dafür leistet, ist der Pi wirklich ein Wunderwerk der Technik. Deshalb muss man auch kein allzu schlechtes Gewissen haben, wenn man das Gerät 24 Stunden am Tag laufen lässt. Damit unterscheidet sich die RadioBeere auch wesentlich von anderen Software-Lösungen, die in der Regel einen Desktop-Computer, ein Tablet oder ein Smartphone voraussetzen, das genau dann eingeschaltet und mit dem Internet verbunden ist, wenn eine Sendung aufgenommen werden soll.

Platine des Raspberry Pi
Der „nackte“ Raspberry Pi.
Bildquelle: Multicherry [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Unter der Motorhaube – Die Software

Ich verzichte an dieser Stelle auf Installationshinweise und eine ausführliche technische Dokumentation. Diese befindet sich in meinem Repository auf Github.

Wichtig ist mir aber zu erwähnen, dass dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre ohne OpenSource und ohne die vielen Menschen, die in Technik ebenso vernarrt sind wie ich, die in zahllosen (mutmaßlich oft nächtlichen) Sitzungen ein Universum quelloffener Software geschaffen haben. Weil ich die OpenSource-Idee so sympathisch finde, steht selbstverständlich auch die RadioBeere unter einer GPL-Lizenz zur freien Verfügung.

Einige Projekte, die Eingang in die Software der RadioBeere gefunden haben, möchte ich explizit erwähnen.

Auf dem Raspberry Pi läuft als Grundsystem Raspian, und zwar in der offiziellen, von der Raspberry-Stiftung adaptierten Version. Raspbian ist eine Variante der weit verbreiteten Linux-Distribution Debian (zur Zeit des Starts des Projekts Raspbian Jessie):

http://www.raspberrypi.org/downloads/raspbian/

Die Webseiten sind in PHP programmiert und laufen auf einem Apache-Webserver. Die Datensätze für Aufnahmen, Sender und Timer werden in einer MySQL-Datenbank abgelegt.

http://httpd.apache.org
http://www.mysql.de
http://www.php.net

Zum Einsatz kommen außerdem die jQuery Javascript-Bibliothek und jQuery mobile. Diese Bibliotheken erfreuen sich großer Beliebtheit, nicht zuletzt, weil sie relativ einfach zu handhaben sind.

http://www.jquery.com

Die Skripte, die im Hintergrund werkeln, sind in Python programmiert. Neben der Standard-Bibliothek kommt für das ID3-Tagging der Aufnahmen das Modul Mutagen zum Einsatz:

http://mutagen.readthedocs.org

Bei der Programmierung von Aufnahmen verwende ich für den Kalender den responsiven Date Picker von Amsul:

http://amsul.ca/pickadate.js

Die Radioaufnahmen selbst erledigt der grundsolide, wenn auch schon etwas in die Jahre gekommene Streamripper, den ich aus den Standard-Quellen installiert habe:

http://streamripper.sourceforge.net

Die Verteilung der Audiodateien im Heimnetzwerk via DLNA übernimmt der ReadyMedia-Server, vormals bekannt unter dem Namen miniDLNA:

http://minidlna.sourceforge.net

Die Bilder stammen aus der Tango Icon Libray:

http://commons.m.wikimedia.org/wiki/Tango_icons 
http://commons.m.wikimedia.org/wiki/GNOME_Desktop_icons

Github-Repository

Quellcode und Dokumentation findest du hier:

http://github.com/Terminal-Geek/

Rechtliche Hinweise

Gedacht ist die RadioBeere für die Erstellung von Privatkopien, die das deutsche Urheberrecht ausdrücklich zulässt – NICHT für die Weiterverbreitung! Wenn du dich außerhalb des Geltungsbereiches des deutschen Urheberrechts befindest, informiere dich vor Verwendung der Software, ob du berechtigt bist, Privatkopien von Rundfunksendungen anzufertigen. So oder so bist du selbst verantwortlich für das, was du tust. Für materielle und immaterielle Schäden, die durch die Verwendung der RadioBeere-Software entstehen, hafte ich nicht. Bitte beachte auch die Lizenzhinweise im meinem Github-Repository.

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